Roadshow im Europapark: Blick über den Poolrand hinaus


Zum 21. Mal luden die Firmen Behncke, Schmalenberger, Eichenwald und Rollo Solar zur Roadshow ein. Im Europapark Rust ging es diesmal neben Poolrobotern und Polycarbonat-Lamellen vor allem um die Generation Y, technische Zukunftstrends und die große Weltpolitik.

Mit rund 75 Teilnehmern war es die bislang größte Roadshow-Veranstaltung der Firmen Behncke, Schmalenberger, Rollo Solar und Eichenwald. Foto: Peter LangDie 21. Roadshow am 24. und 25. Februar im badischen Rust sollte mit rund 75 Teilnehmern nicht nur die bislang größte, sondern auch die thematisch vielfältigste Veranstaltung werden. Die vier Hersteller hatten sich im Vorfeld darauf verständigt, neben klassischen Schwimmbadthemen auch neue inhaltliche Akzente zu setzen.

Heraus kam ein spannender Themenbogen, der sich vom rasant wandelnden Kaufverhalten der unterschiedlichen Generationen über Techniktrends wie das Internet der Dinge bis hin zu einer Diskussion der aktuellen politischen Großwetterlage erstreckte. Als Gastreferent konnten die Veranstalter den CSU-Bundestagsabgeordneten Florian Hahn gewinnen, der einen Einblick in die nicht immer ganz einfache Arbeit innerhalb der Großen Koalition gab.

Alle vier Hersteller boten Mehr-Wert-Programme an: Rollo Solar etwa verloste elf Wellness-Wochenenden unter den Teilnehmern. Foto: Peter LangZu Beginn widmete sich Behncke-Geschäftsführer Markus Weber dem Kaufverhalten im Wandel, wobei er einen besonderen Blick auf die Generation Maybe, auch Generation Y genannt, warf. Diese ab 1980 Geborenen sind die erste Generation nach den geburtenstarken Baby Boomern und der ihnen folgenden Generation X, die komplett online aufgewachsen ist.

Sie kennzeichnet eine hohe Technikaffinität, hohe Arbeitsbereitschaft, aber auch der Wunsch nach Genuss und Selbstverwirklichung aus. Klassische Statussymbole wie Autos spielen für diese Car-Sharing-Generation keine große Rolle mehr. Auf absehbare Zeit wohl auch nicht die eigene Wellnessanlage, wie Generation-X-Mitglied Markus Weber betonte. „Für unsere Branche werden die langsam ins Rentenalter kommenden Baby Boomer die wichtigste Zielgruppe bleiben.“

Vom Internet der Dinge zur politischen Großwetterlage

Abends wurde in der Bibliothek des Themenhotels Hotel Santa Isabel eine spanisch-maurische Nacht begangen - mit festlichem Menü, einer Bauchtänzerin und Gauklereinlagen sowie andalusischen Klängen. Foto: Peter LangEinen Blick in die Zukunft warf auch Schmalenberger-Geschäftsführer Dietmar Rogg, der die kommenden Techniktrends untersuchte. Vor allem das auf der letzten CES in Las Vegas postulierte „Internet der Dinge“, also intelligente, vernetzte Geräte, spielen eine immer größere Rolle – ob in der Haustechnik oder als selbstfahrende Autos.

Das Innovationstempo, so Rogg, beschleunige sich immer mehr, disruptive Technologien wie etwa LEDs fegten andere Technologien vom Markt, der Alltag
digitalisiere sich zusehends. Der Handel werde von zwei völlig unterschiedlichen Polen dominiert: dem auf rationaler Logik und dem Preis-Leistungskriterium funktionierenden Economy-Bereich und dem Premium-Segment, in dem es vor allem um Identitätsmanagement geht.

Was die neuen Techniken alles ermöglichen, demonstrierten Markus Weber und Dietmar Rogg mit einem spontanen Webinar, zu dem sie in die Firmenzentralen nach Tübingen und Putzbrunn schalteten.

Einige Neuerungen in eigener Sache kündigte Rollo Solar-Inhaber Roland Melichar an. So präsentierte er erstmals offiziell den neuen Vertriebsleiter Frank Deuss, der von seinem Servicestützpunkt Neuss aus jetzt auch den westdeutschen Raum für Rollo Solar intensiver erschließen soll.

Deuss gab seinen Einstand bei Rollo Solar mit -einem fundierten Bericht über den Werkstoff Polycarbonat, dessen Materialeigenschaften ihn nicht nur für Schwimmbad-Abdeckungen, sondern unter anderem auch für Sonnenbrillen und Unterwasserkameras prädestinieren.

Träume verkaufen, keine Fakten: Jürgen Treckmann (Eichenwald) zog den Saal mit einem Vortrag über die Macht der Emotionen in seinen Bann. Foto: Peter LangThemenwechsel am zweiten Tag: Der bayerische Bundestagsabgeordnete Florian Hahn, der in der CSU-Landesgruppe als Sprecher für Fragen der Verteidigung, Außenpolitik und Europa fungiert, gab einen kompakten Überblick zur aktuellen Politik der Großen Koalition: vom kritisch beäugten Mindestlohn über die Rente mit 63 bis hin zur Maut.

Intensiv ging Hahn auf das Thema Außenpolitik ein. Vor allem die Strategie Russlands, eine Art „Sowjetunion reloaded“ wieder aufzubauen, werde das Verhältnis zu Russland langfristig belasten. Da sich die USA aus Europa weitgehend zurückgezogen hat und sich auf den pazifischen Raum konzentriert, könne Europa  nur als starke Einheit erfolgreich bleiben. Es gelte, sich gegen extremistische Kräfte innerhalb Europas und die rasant aufholenden Staaten Asiens zu behaupten.

Wie kann sich der Schwimmbadfachhandel im Wettbewerb behaupten? Dieser Frage ging Eichenwald-Vertriebsleiter Jürgen Treckmann in seinem Abschlussvortrag nach. Zunächst ließ er den ganzen Saal in Jürgen Treckmann-Manier aufstehen und rhythmisch in die Hände klatschen.

Ein Beispiel, wie man mit einfachen Mitteln eine große Menge emotional in seinen Bann ziehen kann. An Beispielen aus der Auto- oder Tabakwerbung zeigte Treckmann, wie subtil der Einsatz von Emotionen bei uns wirkt. Treckmanns Credo war dann auch: Nur wer emotional verkauft, kann sich von der breiten Masse abheben. Sachbotschaften interessieren den Kunden nicht so sehr. „Wir könnten Träume verkaufen, aber nur wenige machen es.“ Treckmanns Tipp: Wenn Sie jemand fragt, was Sie beruflich machen: Sagen Sie nicht Schwimmbadbauer, sondern: Ich erfülle meinen Kunden den Traum für ihre persönliche Wellnessoase!    

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