Branchen-Legende Dieter Frese verstorben

Dieter Frese von Bünger+Frese ist gestorben
Dieter Frese von Bünger+Frese ist gestorben.

Mit Dieter Frese verstarb am 13. Januar 2020 eine der prägenden Gestalten der deutschen Poolbranche im Alter von 76 Jahren.

Der gelernte Großhandelskaufmann kam am 14. Juli 1943 zur Welt. 1971 stieg er zusammen mit seinem Partner Manfred Bünger in die Schwimmbadbranche ein – mit einem Fachgeschäft für Schwimmbad- und Saunabau in der Bremer Innenstadt. Doch Freses Bestimmung war der Großhandel, den er in einem Konzern gelernt hatte. Schnell stellten Dieter Frese und Manfred Bünger fest, dass der noch junge Schwimmbadmarkt Großhandelsaktivitäten gar nicht kannte.

Bereits 1972 gründeten die beiden deshalb mit Bünger & Frese den ersten Schwimmbad-Großhandel in Deutschland. Von 216.000 DM im ersten Jahr, steigerten sie den Umsatz bis 1976 schon auf 4 Millionen DM. Lieferanten der ersten Stunde waren Firmen wie Speck Pumpen, Ideal Eichenwald, die Rengers Firmengruppe (Riviera Pool) sowie das US-Unternehmen Seablue. Der große Erfolg des Unternehmens machte 1978 die erste von mehreren Erweiterungen sowie einen Standortwechsel nach Achim bei Bremen nötig. Die Etablierung des dreistufigen Vertriebswegs in der deutschen Schwimmbadbranche wird immer mit dem Namen Dieter Frese verbunden bleiben.

Strebel-Preis von SCHWIMMBAD+SAUNA

In der Branche war der für seinen trockenen norddeutschen Humor bekannte Frese ein Vor- und – wenn es sein musste – auch ein streitbarer Querdenker. Nicht zuletzt deshalb verlieh ihm SCHWIMMBAD+SAUNA im Jahre 2009 den Strebel-Preis für sein Lebenswerk.

Nach 46 Jahren in der Pool-Branche zog sich Dieter Frese im November 2017, am ersten Tag der „aquanale“ in Köln, aus dem aktiven Arbeitsleben zurück. Zuvor hatte er für sein Unternehmen die Weichen in Richtung Zukunft gestellt. Denn im Oktober 2017 verkaufte Frese zusammen mit den übrigen Gesellschaftern das Unternehmen Bünger & Frese an die BWT Wassertechnik GmbH.

Die entscheidenden Stunden beschrieb Dieter Frese in seiner typischen Art: „Am 13. Oktober um 3:30 Uhr morgens haben wir alle erforderlichen Verträge unterschrieben. Das Essen war gut und der Rotwein hervorragend und trotzdem bezahlbar. Wir haben der BWT eine intakte Firma übergeben. Geld war auf den Konten, das Lager war voll und alle Lieferantenrechnungen bezahlt.“ Trotzdem fiel ihm der Abschied nicht ganz leicht.

Abschiedsrede auf der „aquanale 2017“

In seiner Abschiedsrede auf der „aquanale 2017“ in Köln gab er Einblicke in seinen Gemütszustand: „In den letzten Tagen wurde ich oft gefragt: Frese, wie geht es Ihnen? Ja, wie geht es mir? Wenn man so einen Job 46 Jahre gemacht hat, fällt einem der Abschied schon schwer. Aber in fünf Jahren würde es ja nicht leichter. Aber etwas Erleichterung ist auch dabei. Auch nach 46 Jahren gibt es die Firma immer noch – und konnte erfolgreich verkauft werden. Also können wir nicht alles verkehrt gemacht haben.“

Im Ruhestand wollte Frese wieder normale Dinge lernen, seinen Freundeskreis pflegen, herausfinden, wo man Briefmarken und genießbares Brot kaufen könne. Leider blieb ihm dafür nicht mehr allzu viel Zeit. Der Branche wird Dieter Frese allerdings noch lange in lebhafter Erinnerung bleiben.

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